Donnerstag, 24. März 2016

Therapie der Angst


Was braucht es in unserer heutigen Zeit? Viele Menschen haben Angst. Konkurrenz und Vergleiche sind wesentliche Elemente des Kapitalismus. Die Angst, der Neid sind Absicht. Systembedingt. Zumindest auf den ersten Blick, aber dazu komme ich gleich. Ohne Angst machen wir nämlich nicht mehr weiter, in dem ewigen Beschleunigungskarusell. Ohne Angst könnten wir einfach aussteigen aus dem kapitalistischen Hamsterrad, wenn wir merken, dass es uns nicht gut tut. Aber, Angst führt zu den seltsamsten Verhaltensweisen. Konkurrenz und Neid sind die Feinde der Solidarität. Wie sollen sich Menschen, welche in Angst und Neid  gefangen sind denn menschlich und solidarisch verhalten? Wenn sie am eigenen Leibe meinen zu spüren, nein, sie spüren sie ja wirklich, zumindest die Angst, dass die Welt eine schlechte ist. Eine Welt, in der jeder nur für sich kämpft und in der man eigentlich nur verlieren kann. Um anderen etwas gönnen zu können müssen die eigenen Grundbedürfnisse befriedigt sein. Nicht alle wünsche, aber die Bedürfnisse.  Aber sind die Menschen schuld daran, wenn sie sich verhalten wie es systematisch von ihnen erwartet wird? So schlecht sind die Methoden der "Pädagogik" nicht, dass sie es nicht schaffen würden, aus den meisten von uns angepasste Kapitalisten zu machen. Und dann ist es eben nicht mehr weit bis zur Missgunst. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn mehr Leute im Sein Leben würden, im Sinne Erich Fromms. Oder in der Resonanz, im Sinne Hartmut Rosas. Aber kann man es ihnen wirklich vorwerfen, wenn sie es nicht tun? Auch da hilft nur Liebe. Statt Vorwürfe.
Es braucht, ähnlich wie bei einer Psychotherapie, mehr als eine Erkenntnis. Nämlich eine neue Beziehungserfahrung. Wie könnte das Aussehen? Eine neue gesellschaftliche Beziehungserfahrung, welche die Angst vor dem abgehängt werden, heilen könnte? Eine institutionelle Beziehungserfahrung der bedingungslosen Fürsorge um existenzielle Bedürfnisse.  Zum Beispiel in Form eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Und dann? Dann legt sich die Angst. Und was ist dann mit unserem schönen Wohlstand? Die Angst hatte ja einen Zweck. Vielleicht finden wir dafür ja eine innovative Lösung. Ein Wohlstandserhaltungsversprechen als Innovationsmotivator? Vielleicht helfen uns die Maschinen. Ja, genau die, die uns jetzt grad die Arbeitsplätze weg nehmen. Könnten die nicht, ganz angstfrei, für uns immer produktiver werden?


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